Der Goslarer Ratskodex - Das Stadtrecht um 1350

Edition und Übersetzung 

- Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar -

- Goslarer Fundus -

 

Der Geschichtsverein Goslar hat sich vor mehr als 10 Jahren einer anspruchsvollen Aufgabe gestellt: der Edition, Übersetzung und Kommentierung des Goslarer Stadtrechts aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Wie kam es dazu? Der sogenannte Goslarer Kodex des Stadtrechts, der Jahrhunderte lang dem Rat, der Obrigkeit der Reichsstadt, zur Hilfe bei der Rechtsfindung diente, ist die Handschrift des Goslarer Stadtrechts, die im Goslarer Stadtarchiv dem Benutzer zugänglich ist. Mit mehr als 800 Paragraphen, die in 5 Bücher gegliedert sind, ist das Goslarer eines der umfangreichsten der mittelalterlichen deutschen Stadtrechte.

Aber: Wer kann es lesen? Das ist nicht ein Problem des Zustandes der Handschrift, der vorzüglich ist, sondern der Sprache, nämlich der mittelniederdeutschen (mnd.), der Umgangs- und Schriftsprache der damaligen Zeit im norddeutschen Raum.

Hier kommt nun der Geschichtsverein ins Spiel, dessen Vorstand, wie schon gesagt, vor längerer Zeit den Beschluss fasste, dieses großartige Dokument in einer wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Übersetzung heutigen Lesern zugänglich zu machen. Es gelang, Wissenschaftler der beteiligten Fachrichtungen für diese Aufgabe zu interessieren, eine digitalisierte Fassung der Handschrift konnte ihnen als Grundlage zur Verfügung gestellt werde, und die Arbeit begann.

In feierlichem Rahmen auf der Däle des Grossen Heiligen Kreuzes mit mehr als 100 Gästen wurde das Werk am 1. November 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt und mit großem Respekt angenommen. Ein weiterer Höhepunkt war neben der Laudatio durch den Jenaer Rechtshistoriker Prof. Dr. Gerhard Lingelbach die Verleihung des Geschichtspreises Goslar durch die Tessner-Stiftung, vertreten durch deren Vorstand Hans-Joachim Tessner. Dieser Preis ist übrigens erstmalig auf 2000 € aufgestockt worden.

Lassen Sie sich vom Umfang des Buches nicht abschrecken. Das ist kein Werk, das man in einem Zuge liest, sondern eine kultur- und rechtshistorische Fundgrube für den Leser, der das Leben im stadtbürgerlichen Mittelalter besser verstehen will.

Die Goslarsche Zeitung informierte in je einem Vor- und Nachbericht über die Hintergründe zum Stadtrecht Goslar von 1350 und die Feierstunde im Grossen Heiligen Kreuz.

 

Das Goslarer Stadtrecht beim Verlag für Regionalgeschichte

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Vorworte

Dr. Oliver Junk (Oberbürgermeister der Stadt Goslar)

Günter Piegsa (Vorsitzender Geschichtsverein Goslar e.V.) 

 

Geleitwort

Tobias Henkel (Direktor Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz)

 

Einführung

Hansgeorg Engelke: Der Geschichtsverein Goslar und der Goslarer Kodex des Stadtrechts

 

Aufsätze

Sabine Graf: Goslar zur Zeit der Stadtrechtskodifizierung

Dietlinde Munzel-Everling: Der Einfluss des Sachsenspiegels auf das Stadtrecht von Goslar und dessen Ausstrahlung auf andere Städte

Maria Kapp: Goslarer Stadtrecht - Codikologische Beschreibung

Hansgeorg Engelke: Der Stadtrechtskodex im Kreis der ihn umgebenden Texte

Maik Lehmberg: Zur Edition und Transkription

Hansgeorg Engelke: Überlegungen zum Verfasser und zum Schreiber der Handschrift

Maik Lehmberg: Zur Sprache des Goslarer Stadtrechts

Norbert Kron: Konkordanz gleichlautender Textstellen

 

Der Ratskodex

Maik Lehmberg: Faksimile, Transkript und Übersetzung 

 

Anhang

Frank Weissenborn: Rechtshistorisches Glossar (unter Mitarbeit von Maik Lehmberg)

Gemeinsames Literaturverzeichnis 

Geschichtsverein Goslar e. V. –St. Annenhaus– Glockengießerstr. 65 – 38640 Goslar
info@gv-goslar.de – Tel.: 0 53 21 – 3 18 27 57